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Die Evaluationsstandards der Gesellschaft für Evaluation

Evaluationsstandards beschreiben wie eine Evaluation auszugestalten ist, damit sie eine hohe Qualität aufweist. Sie dienen insbesondere zur Orientierung für die Durchführung von Evaluationen und die Vergabe sowie Beurteilung von Evaluationen.

Die Texte sind Zeugnis eines paradigmatischen Wandels: Technische Perfektion der Untersuchungsinstrumente und -designs, wie sie für die Evaluationspraxis bis in die 70er Jahre prägend war, reicht heute als Qualitätsausweis nicht mehr hin. Von Beginn an notwendig ist eine klare Orientierung an den Informationsinteressen der Nutzerinnen und Nutzer der Evaluationen und ihrer Ergebnisse. Zu diesen zählen Auftraggebende und Finanziers und auch andere wichtige Beteiligte und Betroffene ("stakeholder"). Die Verantwortung der Evaluatorin/des Evaluators wird auf Fragen der Programm- und Organisationsentwicklung ausgeweitet, bis hin zur Berücksichtigung des öffentlichen Wohls.

Die Gesellschaft für Evaluation, zu deren Gründungsmitgliedern Univation zählt, verfügt seit 2001 über ein Set von Standards. Im Jahr 2016 ist eine revidierte Fassung erschienen. [Download].

Eine Checkliste zur Anwendung der Evaluationsstandards können Sie hier herunterladen.

Durch die DeGEval wurden darüber hinaus Empfehlungen verabschiedet, wie die Standards für Evaluation im Handlungsfeld der Selbstevaluation eingesetzt werden sollten. Informationen dazu finden Sie hier.

Grundlage der DeGEval-Evaluationsstandards sind die von einem gemeinsamen Komitee von Wissenschaftsgesellschaften und Organisationen der Bildungspraxis 1981 erstmals veröffentlichten Evaluationsstandards. Diese liegen in Form eines Buches vor. Es wurde in Deutsche übersetzt (Originalpublikation von 1994):

  • Joint Committee on Standards for Educational Evaluation James R. Sanders (Hg.) (2000): Handbuch der Evaluationsstandards, 2. Aufl., Leske + Budrich, Opladen. Hier sind die amerikanischen Standards samt Anleitungen und Beispielen übersetzt. Wolfgang Beywl und Thomas Widmer untersuchen die Übertragbarkeit der Standards auf unterschiedliche Anwendungsfelder vergleichen sie mit anderen Regelwerken zur Qualität fachlicher Leistungserstellung.

Das Joint Committe hat 2010 eine weitere Neufassung der Evaluationsstandards veröffentlicht. Deren Kurzfassung liegt in übersetzter Form vor:

  • Beywl, Wolfgang/Widmer, Thomas (2012): Die Standards für Programmevaluation des Joint Committee on Standards for Educational Evaluation. Übersetzung der Kurzfassung aus Yarbrough, Donald B./Shulha, Lyn M./Hopson, Rodney/Caruthers, Flora A. (2011): The program evaluation standards. A guide for evaluators and evaluation users. 3rd ed. Thousand Oaks: Sage. Aaarau und Zürich: Pädagogische Hochschule FHNW/Universiät Zürich. [Download]

Wolfgang Beywl hat eine weitere Version vorgelegt, in der die Anwendung der neuen Joint-Committe-Standards für den Bereich Schulen veranschaulicht wird:

  • Beywl, Wolfgang/Widmer, Thomas (2012): Die Standards für Programmevaluation des Joint Committee on Standards for Educational Evaluation - übersetzte Kurzfassung mit einer Veranschaulichung für den Schulbereich, erstellt durch Wolfgang Beywl. Aarau und Zürich: Pädagogische Hochschule FHNW/Universität Zürich. [Download]

Zudem hat die Amerikanische Evaluationsgesellschaft (AEA) Leitlinien für Evaluatorinnen und Evaluatoren erarbeitet. Sie wurden 2004 überarbeitet und stehen Ihnen in der aktuellen Version in einer deutschen Übersetzung hier zur Verfügung.